Tiere und unsere Lernaufgaben
- Alexandra Vogel
- 7. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
In meiner Arbeit mit Tiermenschen – also diesen wunderbar eigenwilligen Wesen auf zwei Beinen mit ihren oft noch viel klareren Begleitern auf vier – zeigt sich immer wieder ein faszinierendes Schauspiel: Hier werden keine Zufallsbekanntschaften geschlossen. Hier werden Teams gebildet! Seelenteams. Mit Entwicklungsauftrag. Vermutlich vom Universum persönlich zusammengestellt – und ja, ich bin ziemlich sicher, oft hat es dabei geschmunzelt.
Da haben wir zum Beispiel die Pferdebesitzerin, die mit rasenden Gedanken im Gepäck im Stall ankommt. Der Tag klebt noch an ihr, voller Listen, Lärm und leiser Überforderung. Und während ihr Kopf noch durch Vergangenes und Zukünftiges wandert, steht ihr Pferd da – ruhig, präsent, ganz im Hier und Jetzt – und lädt sie wortlos ein, anzukommen. Wirklich anzukommen! Denn unsere Tiere kennen nur diesen einen Moment. Es gibt keine Vergangenheit und wer weiß schon was die Zukunft bringt ?? In diesem Moment wünschen sie sich nichts weniger als unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.
Oder da ist der Hundebesitzer, dessen Leben sich gerade etwas aus den Fugen anfühlt. Ein inneres Ziehen, ein leises Unbehagen begleitet ihn auf Schritt und Tritt – auch hinaus in die Welt. Sein Hund nimmt diese feinen Schwingungen auf wie ein offenes Buch. Er liebt seinen Herzensmenschen abgöttisch. Und trotzdem wird der Spaziergang zu einer kleinen Reise durch angespannte Energien, vorbei an bellenden Unsicherheiten und raschelnden Zweifeln. Nicht, weil etwas „falsch“ läuft – sondern weil im Moment so viel gefühlt wird.
Und dann gibt es sie auch: diese Paare, bei denen man kurz innehält und sich denkt: „Okay… haben die heimlich das Leben schon Mal durchgespielt?“ Alles wirkt leicht, weich, irgendwie stimmig. Ein bisschen „easy cheesy“, aber auf die gute Art. Mensch und Tier bewegen sich gemeinsam durch den Alltag, als würden sie denselben leisen Song hören – und meistens auch im gleichen Takt dazu tanzen.
Was also liegt dazwischen? Was wirkt im Verborgenen?
Vielleicht lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Sanft. Ehrlich. Ohne Urteil.
Und vielleicht… sind wir ja auch genau deshalb hier!
Auf diesem lebendigen, wilden, wunderbaren Planeten.
Um uns selbst zu begegnen. Zu lernen. Zu fühlen. Und ein kleines Stück mehr wir selbst zu werden – Seite an Seite mit den Wesen, die uns so klar sehen wie sonst niemand.
Mit ein bisschen Fell an unserer Seite. Und erstaunlich viel Wahrheit darin.





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